Al-Masîh 'Îsâ
ben Mariam
Friede sei mit ihm
Jesus Messias,
Marias Sohn, gemäß dem Islam
eine Zusammenfassung
Die Auffassung über Jesus unterscheidet
sich wesentlich im Christentum und im Islam. Nach
dem Islam ist er ein grosser Prophet; nach dem Christentum
ist er "Gottes Sohn" oder "Gott selbst".
Die Unterschiede lassen sich, gemäß
dem Islam, zu vieren zusammenfassen:
1 - Jesus hat nie behauptet "Gott"
zu sein.
2 - Er ist nicht am Kreuz getötet worden.
3 - Jesus hat Muhammads Mission angekündigt.
4 - Jesu Wiederkehr (Jesu parousi) wird im
Rahmen der islamischen Religion geschehen.
Inhaltsverzeichnis
I - Jesu Name und Titel
II - Gott, der Schöpfer
III - Mariä Verkündigung
IV - Jesu zwei Naturen
V - Jesus, Messias
VI - Jesu Mission; Jesus und Muhammad
VII - Jesus und die Dreifaltigkeitsfrage
VIII - Jesus und die Frage der Kreuzigung
IX - Jesus und die letzte Stunde
X - Jesu Wiederkehr
XI - Jesus Leben und Tod nach seiner Wiederkehr
I - Jesu Name und Titel
1 - Sein Name:
Auf alt-syrisch [syriac]: Yeshû
- auf
hebräisch: Yeshû'a - auf arabisch bei den
Christen: Yasû' - auf arabisch bei den Muslimen:
Îsâ.
2 - Seine Titel:
Jesus wird im Koran in 15 Kapiteln (Suren)
erwähnt:
1) 'abd Allâh: Gottes Diener, Geschöpf
in der Theologie ('ebed im Alten Testament, Jesaja 42,1;
doulos im Neuen Testament, Br. an die Phillipper 2, 7).
Jesus ist bloß ein 'abd, ein Geschöpf:
Er war nur ein Diener, dem Wir Gnade erwiesen,
und Wir machten ihn zu einem Beispiel für die Kinder
Israels. (Koran, Sure 43, Vers 59)
Jesu erstes Wort war seinen Status als "Diener"
anzuerkennen und zu bestätigen:
Er sprach: “Ich bin ein Diener Allahs,
Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten
gemacht;
Er segnete mich, wo ich auch sein
mag, und Er befahl mir Gebet und Almosen, solange ich
lebe;
Und ehrerbietig gegen meine Mutter; Er
hat mich nicht hochfahrend, elend gemacht.
Friede war über mir am Tage, da ich
geboren ward, und am Tage, da ich sterben werde, und am
Tage, da ich wieder zum Leben erweckt werde.”
So ist Jesus, Sohn der Maria - eine Aussage
der Wahrheit, über die sie uneins sind.
Es ziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zuzugesellen.
Heilig ist Er! Wenn Er ein Ding beschließt, so spricht
Er nur zu ihm: “Sei!”, und es ist.
“Wahrlich, Allah ist mein Herr und
euer Herr. So dienet Ihm: das ist der gerade Weg.”
( Koran, Sure 19, Verse 30-36)
2) Jesus, bloß ein Gesandter
Der Koran stellt auch fest, daß Jesus
ein Gesandter ist (rasûl):
Der Messias, Sohn der Maria, war nur ein Gesandter;
gewiß, andere Gesandte sind vor ihm dahingegangen.
Und seine Mutter war eine Wahrheitsliebende (
Koran, Sure 5, Vers 75)
3) Jesus, Gottes Wort, verbum Dei (kalimat
Allâh)
Dieser Begriff kann vier Bedeutungen haben:
- Jesus ist das zur Wirklichkeit gewordene
schöpfende Wort Gottes, ausgesprochen bei der unbefleckten
Zeugung. (siehe Koran, 4-169, 19-30, 3-42).
- Jesus ist der verkündete Prophet in
Gottes Wort, das empfangen und gepredigt wurde von den
früheren Gesandten.
- Jesus ist Gottes Wort, weil er zu den Menschen in Gottes
Namen spricht, um sie rechtzuleiten.
- Jesus ist ein Wort Gottes, weil er eine
frohe Botschaft darstellt, dh. eine gute Nachricht.
Der gleiche Begriff bezeichnet ebenfalls
alles Erschaffene, da es eigentlich alles Gottes Wort ist (kalimat
Allâh)
und da der Schöpfungsprozess ständig
in Veränderung ist und alle Dinge in der Existenz (im
Sein) durch das Wort "Sei" entstehen (kun) und da
dieses Wort (kun) Gottes Wort ist.
4 - Jesus und der Geist Gottes (rûh
Allâh)
Um seine Aufgabe vollbringen zu können,
wird Jesus durch den heiligen Geist gestärkt. Zunächst
bei seiner Geburt:
Wenn Allah sagen wird: “O Jesus, Sohn
der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und gegen deine
Mutter; wie Ich dich stärkte mit der heiligen Offenbarung
- du sprachest zu den Menschen sowohl im Kindesalter wie
auch im Mannesalter;
und wie Ich dich die Schrift und die Weisheit lehrte und
die Thora und das Evangelium; und wie du bildetest aus Ton,
wie ein Vogel bildet, auf Mein Geheiß,
dann hauchtest du ihm (einen neuen Geist) ein und es wurde
ein beschwingtes Wesen nach Meinem Gebot; und wie du die
Blinden heiltest und die Aussätzigen auf Mein Gebot;
und wie du die Toten erwecktest auf Mein Geheiß. (
Koran, Sure 5, Vers 110)
Und später als Jesus erwachsen wurde:
Und Wir gaben Jesus, dem Sohn der Maria, klare
Beweise und stärkten ihn mit dem Geist der Heiligkeit.
( Koran, Sure 2, Vers 253)
'Îsâ (Jesus) selbst ist auch
ein stärkender Geist für die Gläubigen:
Das sind die, in deren Herzen Allah den Glauben
eingeschrieben hat und die Er gestärkt hat mit Seinem
eigenen Wort. ( Koran, Sure 58, Vers 22)
II - Gott, der Schöpfer
Die Schöpfung ist vierer Art:
1 - Eine Schöpfung durch Gottes Hände:
Adam - Friede sei mit ihm
2 - Eine Schöpfung durch Adam: Eva -
Friede sei mit ihr
3 - Eine Schöpfung durch Adam und Eva:
deren Nachkommen
4 - Eine Schöpfung ohne Vater: Jesus
- Friede sei mit ihm
Die Schöpfung Jesus gleicht, gemäß
dem Koran, der Schöpfung Adams:
Wahrlich, Jesus ist vor Allah wie Adam. Er
erschuf ihn aus Erde, dann sprach Er zu ihm: “Sei!”,
und er war. ( Koran, Sure 3, Vers 59)
III - Mariä Verkündigung und Jesus Geburt
Maria ist, gemäß dem Koran, die vollkommenste
Frau, von Gott auserwählt:
Und (denke daran) wie die Engel sprachen: “O
Maria, Allah hat dich erwählt und dich gereinigt und
dich erkoren aus den Weibern der Völker...” (
Koran, Sure 3, Vers 42)
Die Verkündigung geschah, als sie sich
in den Tempel zurückgezogen hatte und dort vom Geist
Gottes besucht wurde:
Erzähle, was in diesem Buch über
Maria steht. Da sie sich zurückzog von den Ihren nach
einem gen Osten gewandten Ort, Und sich vor ihnen barg im Schleier, da
sandten Wir Unseren Geist zu ihr, und er erschien ihr
in Gestalt eines vollkommenen Menschen. (
Koran, Sure 19, Verse 16-17)
Sie jedoch fürchtete sich und ihre unmittelbare
Reaktion war folgende:
Sie sprach: “Ich nehme meine Zuflucht
vor dir bei dem Allerbarmer; (laß ab von mir) wenn
du gottesfürchtig bist.” ( Koran, Sure
19, Vers 18)
Sie bekam aber die beruhigende Auskunft des
Engels:
Er antwortete: “Ich bin nur ein Gesandter
deines Herrn, auf daß ich dir einen reinen Sohn beschere.”
( Koran, Sure 19, Vers 19)
Maria war jedoch überrascht und verblüfft
von einem solchen Bescheid und antwortete:
Sie sprach: “Wie soll mir ein Sohn werden,
wo mich kein Mann berührt hat und ich auch nicht unkeusch
gewesen bin?” ( Koran, Sure 19, Vers
20)
Doch der Engel gab ihr Trost und Überzeugung:
Er antwortete: “So ist's; dein Herr
aber spricht: "Es ist Mir ein leichtes und (Wir tun
dies) auf daß Wir ihn zu einem Zeichen machen für
die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von Uns, und es
ist eine beschlossene Sache."” (
Koran, Sure 19, Vers 21)
[Es war so bestimmt,] die Schöpfung Jesus sollte einmalig
sein, denn Maria hatte ihren Körper und ihre Seele
dem Dienste Gottes gewidmet, woraus folgt, daß es
nicht auf 'gewöhnliche Weise' stattfinden konnte:
Und sie empfing ihn und zog sich mit ihm an
einen entlegenen Ort zurück. ( Koran,
Sure 19, Vers 22)
Die Wehen begannen und mit ihnen die Furcht
vor einem Skandal, aber das Kind war es, welches
die Mutter tröstete. Sie hatte Gott gelobt, zu keinem
Menschen zu sprechen. Als das Volk anfing, ihr Vorwürfe
zu machen, zeigte sie auf das Kind in der Wiege, das nicht
nur seine Mutter verteidigte, sondern auch seine Mission
aussprach und die einzigartigen Eigenschaften,
mit welchen Gott ihn ausgestattet hatte.
Er sprach: “Ich bin ein Diener Allahs,
Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten
gemacht;
Er machte mich gesegnet, wo ich auch sein
mag, und Er befahl mir Gebet und Almosen, solange ich
lebe;
Und (Er machte mich) ehrerbietig gegen
meine Mutter; Er hat mich nicht hochfahrend, elend gemacht.
Friede war über mir am Tage, da ich
geboren ward, und (Friede wird über mir sein) am
Tage, da ich sterben werde, und am Tage, da ich wieder
zum Leben erweckt werde.”
So ist Jesus, Sohn der Maria - eine Aussage
der Wahrheit, über die sie uneins sind.
Es ziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zuzugesellen.
Heilig ist Er! Wenn Er ein Ding beschließt, so spricht
Er nur zu ihm: “Sei!”, und es ist. (
Koran, Sure 19, Verse 30-35)
Hier ein kleiner Einschub betreffend der
Erbsünde: gemäß dem Islam gibt es keinen Begriff
der Erbsünde. Stattdessen findet man in al-Bukharîs-
und Muslims Hadithsammlungen, daß Jesus und seine
Mutter bei ihren respektiven Geburten vom Teufel geschützt
worden waren. Der Gesandte Muhammad (Gottes Segen und Friede mit
ihm) sagte: "Alle Neugeborene, Adams Kinder, werden
von Satans Anstachelung getroffen, ausser Jesus und Maria,
seine Mutter; bei jenem Kontakt [mit dem Satan] fängt
das Kind an zu schreien oder zu jammern."
IV - Jesu zwei Naturen
Die Persönlichkeit Jesu wird von zwei Naturen
geprägt:
die eine heißt lâhût (die göttliche
Natur) und bezeichnet die lebendige Kraft in allen Dingen
und Geschöpfen; die andere ist die nâsût
(die menschliche Natur) und beschreibt die Grundlage (lièn
théophanique), die durch den Geist belebt wird.
Daher kann man sagen, daß:
1 - durch den Geist, der dem Erzengel Gabriel
eingeben wurde - Friede sei mit ihm - konnte Jesus
die Toten erwecken (yuhyi al-mautâ)
2 - von seiner Mutter erbte er seine aussergewöhnliche
Demut (al-tawâdû').
Der Ursprung der verschienen Aspekte Jesus
beruhen auf:
1 - Er ist der Sohn der Maria aufgrund seiner
irischen Gestalt, dh. er ist ein Mann und damit Gottes Diener
(abd Allâh).
2 - Er ist verbunden mit Gabriel aufgrund
seiner sichtlich menschlichen Gestalt, dh. er ist Engel
und damit Gottes Geist (rûh Allâh).
3 - Jesus ist verbunden mit Gott durch seine
lebensspendende Kraft, dh. er ist Gottes Wort, verbum Dei
(kalimat Allâh).
Vor diesem Hintergrund können wir feststellen,
daß es nur Jesus hat sein können, der dieser
verschiedenen Aspekte oder Charakterzüge in seiner
Person vereinen konnte.
V - Jesus, Messias
Man sollte den Bedeutungsunterschied des
Begriffes "Messias" beachten. Im Christentum gilt
das nach einer langen historischen Periode; während
es im Islam in mehr begrenzter Form vom Augenblick der Geburt
Jesu an gilt, dh. Jesus ist bloß ein Gesandter in einer ganzen Reihe
von Gesandten, die mit Muhammad - Friede sei mit beiden -
abgeschlossen ist.
Der Koran widerspricht kritisch jeglicher
Lehre, die Jesus, Messias, als "Sohn Gottes" auszugeben trachtet.
... und die Christen sagen, der Messias sei
Allahs Sohn. Das ist das Wort ihres Mundes ... (
Koran, Sure 9, Vers 30)
Der Koran wirft den Christen vor zu behaupten,
die Schriftgelehrten, die Mönche und der Messias seien
Herren neben Gott.
Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche
zu Herren genommen neben Allah und den Messias, den Sohn
der Maria. Und doch war ihnen geboten, allein den Einigen
Gott anzubeten. Es ist kein Gott außer Ihm. Allzu
heilig ist Er für das, was sie (Ihm) zur Seite stellen!
( Koran, Sure 9, Vers 31)
Damit wird ersichtlich, daß die Lehre
von Gottes Einheit, dh. die Unizitätslehre, den christlichen
Beigeschmack vom Begriff "Messias" entfernt hat.
Die Muslime sind der Auffassung, daß
es zwei Wurzeln des Wortes masîh gibt (messias).
1) masaha bedeutet die Hände ein- oder
abreiben, oder einfetten, salben, ölen.
In der Passivform (masîh) ist Jesus
Messias:
- weil er gesalbt wurde mit Segen und Ehre
(siehe Koran, 3-49)
- weil er bei seiner Geburt durch einen Flügel
Gabriels bedeckt wurde und so vor dem Stich des Teufels
geschützt wurde.
- weil er in Adam gesalbt wurde, wie alle
Menschen, aber auf besondere Art und Weise, um in Marias
Schoss gebracht zu werden.
I der Aktivform (mâsih) ist Jesus Messias:
- weil er die Augen der Blinden salbte, um
sie sehend zu machen ( Koran, Sure 3, Vers 49)
- weil er die Kranken mit seinen Händen
einrieb,
- weil er gesegnetes Öl verwendete für
die Salbungen.
2) Die andere Wurzel ist sâha was reisen oder
wandern bedeutet.
Jesus ist ein Vorbild für jene, die
um Gottes Willen wandern, Er ist der Imâm der Umherwandernden
gemäß den Mystikern.
VI - Jesu Mission; Jesus und Muhammad
Jesu Mission besteht laut des Korans
hauptsächlich darin, alle [frühere] Botschaften Gottes zu bestätigen
und das Evangelium zu verkünden.
Wir ließen Jesus, den Sohn der Maria,
in ihren Spuren folgen, zur Erfüllung dessen, was schon
vor ihm in der Thora war; und Wir gaben ihm du Evangelium,
worin Führung und Licht war, zur Erfüllung dessen,
was schon vor ihm in der Thora war, eine Führung und
Ermahnung für die Gottesfürchtigen. (
Koran, Sure 5, Vers 46)
Daher werden die Christen auch ermahnt, ihrer
eigenen Schrift zu folgen:
Es soll das Volk des Evangeliums richten nach
dem, was Allah darin offenbart hat; wer nicht nach dem richtet,
was Allah hinabgesandt hat - das sind die Empörer.
( Koran, Sure 5, Vers 47)
Die Botschaft Jesu enthält laut
des Korans, noch zwei weitere wichtige Punkte: die Tora zu
bekräftigen und das Kommen Muhammads anzukündigen.
Und da Jesus, Sohn der Maria, sprach: “O
ihr Kinder Israels, ich bin Allahs Gesandter an euch, Erfüller
dessen, was von der Thora vor mir ist, und Bringer der frohen
Botschaft von einem Gesandten, der nach mir kommen wird.
Sein Name wird Ahmad sein.” Und als er zu ihnen kam
mit deutlichen Zeichen, sprachen sie: “Das ist offenkundiger
Betrug.” ( Koran, Sure 61, Vers 6)
Was die Bedeutung des Namen anbelangt, soll
präzisiert werden, daß Ahmad "der meist gepriesende,
berühmteste" bedeutet, was dem griechischen periklitós
gleich kommt.
Das Neue Testament (NT 16,7; 14,16; 14,26)
spricht von der Sendung eines Paraklet (griechisch paráklitos),
was "Advokat, Berater, Tröster" bedeutet.
Die muslimischen Schriftkundigen klagen die
Christen an, die erste Bedeutung mit der zweiten ersetzt
zu haben.
VII - Jesus und die Dreifaltigkeitsfrage
Der Koran verkündigt, daß Jesus
nahe Gott ist:
Wie da die Engel sprachen: “O Maria, Allah
gibt dir frohe Kunde durch ein Wort von Ihm: sein Name soll
sein der Messias, Jesus, Sohn Marias, geehrt in dieser und
in jener Welt, einer der Gottnahen...” (
Koran, Sure 3, Vers 45)
Was Jesus anbelangt, so bestätigt er
Gottes Einheit:
Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr;
so betet Ihn an: dies ist der gerade Weg." (
Koran, Sure 3, Vers 51)
In diesem Zusammenhang appelliert der Koran
Maß zu halten und in Fragen der Religion nicht zu übertreiben:
O Volk der Schrift, übertreibt nicht in
eurem Glauben und saget von Allah nichts als die Wahrheit.
Der Messias, Jesus, Sohn der Maria, war nur ein Gesandter
Allahs und eine frohe Botschaft von Ihm, die Er niedersandte
zu Maria, und eine Gnade von Ihm. Glaubet also an Allah
und Seine Gesandten, und saget nicht: “Drei.”
Lasset ab - ist besser für euch. Allah ist nur ein
Einiger Gott. Fern ist es von Seiner Heiligkeit, daß
Er einen Sohn haben sollte. Sein ist, was in den Himmeln
und was auf Erden ist; und Allah genügt als Beschützer.
( Koran, Sure 4, Vers 171)
Weshalb auch Gott im Koran die Christen aufruft,
die Wahrheit nicht zu verbergen:
Fürwahr, ungläubig sind, die da sagen:
“Allah ist der Dritte von Dreien”; es gibt keinen
Gott als den Einigen Gott... ( Koran, Sure
5, Vers 73)
Eine Erklärung dafür, warum man
sich nicht auf diese inkorrekte Weise äußern soll,
findet sich im Koran:
...Keine geheime Unterredung zwischen dreien
gibt es, bei der Er nicht vierter wäre, noch eine zwischen
fünfen, bei der Er nicht sechster wäre, noch zwischen
weniger oder mehr als diesen, ohne daß Er mit ihnen
wäre, wo immer sie sein mögen... (
Koran, Sure 58, Vers 7)
Im Zusammenhang mit diesem Koranvers kann man
sagen, daß wenn Gott "der dritte von dreien"
gewesen wäre, so würde Er zu ihnen gehören
und von der gleichen Art sein wie diese drei.
Andererseits behauptet der Koran nicht, "drei"
wäre falsch, denn es gibt, wie einige Mystiker erklären,
die zeitliche Existenz (al-hadîth) und das was sie
erzeugt (al-muhdith), und den, der sie erhält (al-muhdath).
Daraus folgt, daß derjenige, der drei sagt, nicht
irrgläubig geworden ist oder die Wahrheit verborgen
hat, sondern das tut er, wenn er sagt: 'Gott der dritte
von dreien'. Darin liegt der Irrglaube.
Hätte er
stattdessen gesagt 'drei von zwei', so hätte
er rechtens und die Wahrheit gesprochen. Man soll sich erinnern
was der Gesandte Muhammad - Gottes Segen und Friede mit
ihm - dem betrübten Abû Bakr sagte, als sich
die beiden in der Höhle verbargen, um ihren Verfolgern
zu entgehen, "Was sagst du von zweien, von denen Gott
der dritte ist?" So lautet die richtige Formulierung
gemäß dem Islam.
VIII - Jesus und die Frage der Kreuzigung
Zwei Gesichtspunkte sollen erläutert
werden.
1 - Wurde Jesus wirklich gekreuzigt und starb
er damit am Kreuz?
Gott antwortet darauf im Koran folgendermassen:
Und wegen ihrer Rede: “Wir haben den
Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den "Gesandten"
Allahs, getötet”; während sie ihn doch weder
erschlugen noch den Kreuzestod erleiden ließen, sondern
er erschien ihnen nur gleich (einem Gekreuzigten); und jene,
die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel
darüber; sie haben keine (bestimmte) Kunde davon, sondern
folgen bloß einer Vermutung; und sie haben darüber
keine Gewißheit. Vielmehr hat ihm Allah einen Ehrenplatz
bei Sich eingeräumt, und Allah ist allmächtig,
allweise. ( Koran, Sure 4, Verse 157-158)
Das ist aber nicht so merkwürdig, wenn
man sich daran erinnert, wie es dem Profeten Henoch (Idrîs
- Friede mit ihm) erging:
Erzähle, was in diesem Buch über
Idrîs steht. Er war ein Mann der Wahrheit, ein Prophet.
Wir erhoben ihn zu hohem Rang. ( Koran,
Sure 19, Verse 56-57)
Henoch oder Idrîs sind nicht tot, sondern
wie Jesus oder Îsâ lebendig. Wie ging das vor
sich? Es handelt sich dabei um ein Mysterium, auch wenn
es bei den Muslimen dafür verschiedene Theorien gibt. Im Islam
gibt es einige Mysterien, so zB das gute und das schlechte
Schicksal, der freie Wille oder die Vorherbestimmung, usw.
Aber alle Muslime sind sich einig darin,
- die Kreuzigung zu verneinen
- daß der Tod Jesu am Kreuz ein Sieg
für seine Henker bedeuten würde. Denn ...
...Allah wird sicherlich dem beistehen, der
Ihm beisteht... ( Koran, Sure 22, Vers
40)
- daß Gott die Intrigen der Feinde
Jesu überlisten würde:
Und sie planten, auch Allah plante; und Allah
ist der beste Planer. ( Koran, Sure 3,
Vers 54)
2 - Wenn Jesus nicht am Kreuz starb, starb
er dann einen natürlichen Tod?
Die Antwort ist, wie schon gesagt, daß der
Koran dies ablehnt (siehe oben erwähnte Verse). Daraus
folgt, daß es keine besondere Auferstehung Jesu geben
wird, da er ja nicht am Kreuze starb. Jedoch wird er in den
letzten Zeiten wiederkehren und einen natürlichen Tod
sterben.
Das Verb das der Koran gebraucht, wenn von
der Zurücknahme der Seelen die Rede ist, heisst tawaffâ
und bezieht sich auf den Schlafenden, nicht das Verb amâta,
was töten bedeutet, oder jemanden sterben lassen.
Und Er ist es, Der eure Seelen zu Sich nimmt
in der Nacht ... ( Koran, Sure 6, Vers
60)
Was Jesus betrifft, wird das Verb tawaffâ zweimal im Koran
gebraucht:
Wie Allah sprach: “O Jesus, Ich will
dich [eines natürlichen Todes] sterben lassen und dich
zu Mir erheben, und dich reinigen vor deren, die ungläubig
sind, ...” ( Koran, Sure 3, Vers 55 und
Sure 5, Vers 119)
Zusammenfassend lässt sich folgendes sagen:
- daß sich ein scheinbarer Tod ereignete,
- der zur Wiederkehr auf die Erde führen
wird (parousia),
- Jesus wird danach einen natürlichen
Tod sterben, und
- Jesus wird daraufhin an der grossen allgemeinen
Wiederauferstehung [am Tage des Gerichts] teilnehmen.
IX - Jesus und die letzte Stunde
Muhammad - Gottes Segen und Friede mit ihm -
traf auf seiner nächtlichen Himmelsreise (Koran, Sure
17, Vers 1) auch Jesus. Befragt nach der lezten Stunde,
antwortete Jesus folgendermassen:
"Mir wurde Wissen gegeben darüber,
was vor ihr eintreffen wird, dh. ihre Zeichen und Signale.
Was aber ihr Kommen betrifft, ist es Gott allein, der weiß
wann es sein wird."
Das bedeutet, daß Jesus ein spezielles
Wissen hat über die letzte Stunde. Er weiß von ihrer
Existenz und ihren Zeichen, aber er kennt ihr genaues Datum
nicht.
Über die allgemeine [Wiederauferstehung
am] Tage des Gerichts sagt Gott im Koran:
...und am Tage der Auferstehung wird er (Jesus)
ein Zeuge wider sie sein. ( Koran, Sure
4, Vers 159)
Das heisst, Jesus wird am Tage des Gerichts
gegen die Christen Zeugnis ablegen, indem er sie anklagt,
ihn und seine Mutter als Gott gleich angesehen zu haben.
Doch wird Jesus nicht ihr Richter sein.
X - Jesu Wiederkehr
1 - Jesu Wiederkehr wird in vier Versen
des Koran bestätigt.
Zwei diser Verse stellen fest, daß Jesus in seiner Krippe
zu den Menschen spricht und später wenn er erwachsen
wird (kahlan). (siehe Koran, Sure 3, Vers 46 und Sure 5,
Vers 110)
In einem anderen Vers wird gesagt, daß
das Volk der Schrift (dh. Juden und Christen) an Îsâ
ben Mariam (Jesus, Sohn von Maria) glauben werden, noch bevor
er stirbt.
Es ist keiner unter dem Volk der Schrift, der
nicht vor seinem Tod daran glauben wird; und am Tage der
Auferstehung wird er (Jesus) ein Zeuge wider sie sein. (
Koran, Sure 4, Vers 159)
Der wichtigste Vers, der auf die Wiederkehr
Jesu verweist, ist folgender:
Doch wahrlich, er ist Wissen über (ein Vorbote für) die
“Stunde”. So bezweifelt sie nicht, sondern folget
mir. Das ist der gerade Weg. ( Koran, Sure
43, Vers 61)
2 - Wo wird Jesus erscheinen?
In Damaskus am Minarett der Omayyaden Moschee,
beim Morgengrauen wird er erscheinen.
Der Imâm der das Gebet zu dieser Zeit
leitet, wird sich zurückziehen, um Îsâ
ben Mariam (Jesus) den Vortritt zu geben. Dieser wird jedoch sagen:
'Dieses Gebet obliegt dir.' Die Weisheit darin besteht,
allen Muslimen zu zeigen, daß Jesus als muslim in
der islamischen Religion wiederkehrt, indem er hinter diesem
Imâm betet. Nach diesem Gebet wird er der Führer aller
Gläubigen.
3 - Wann wird Jesus erscheinen?
Das wird erst geschehen mit dem Auftreten
des Antichristen, der die Menschheit irreführen will.
Der Antichrist selbst wird in einem Gebiet zwischen dem
Iraq und Syrien erscheinen (nach einem anderen hadith im Gebiet von
Isphahan, einer Stadt im Iran). Zuerst wird er behaupten,
er sei ein "Prophet", später wenn er an Macht
gewonnen hat, behauptet er, er sei "Gott". Er verbreitet
Unheil auf der Erde 40 Tage lang, wobei der erste
Tag dauert wie ein Jahr, der zweite wie ein Monat, der dritte
wie eine Woche und der Rest wie gewöhliche Tage. Der
Antichrist wird in alle Städte eindringen, außer in
dreien, die von ihm geschützt sind: Mecka, Madinah
und die Moschee von Jerusalem.
Bei der Wiederkehr von Îsâ ben
Mariam (Jesus) wird der Antichrist flüchten.
4 - Jesus Taten und Handlungen
Der Grund dafür warum Jesus hinter dem
Imâm beten wird (von dem gesagt wird es sei der Mahdî),
liegt auch darin, allen Menschen zu beweisen und aufzuzeigen,
daß er nur Gottes Diener ist; es geht darum den Glauben
an den einen Gott zu bezeugen. Dies ist die erste von Jesus
Taten.
Sodann wird Jesus das Kreuz zerbrechen
und das Schwein ausrotten. Warum das? Zur Beantwortung dieser Frage ,
muß man sich an ein Ereignis erinnern,
als eine Delgation von Christen zum Propheten Muhammad kam
- Gottes Segen und Friede mit ihm.
Sie fingen mit ihm ein Streitgespräch an
über Jesus. Muhammad antwortete: "Er ist Gottes
Diener und Sein Gesandter."
Sie fragten: "Zeige uns ein Geschöpf,
von Gott ohne Vater erschaffen, das die Toten zu Leben erweckt
und das als Sohn aufgenommen!"
Da sagte Muhammad: "Nehmt den Islam an!"
dh. gehorcht dem Willen Gottes.
Sie sagten: "Wir sind bereits muslime
(dh. Gottes Willen untergeben) gewesen vor dir!"
Da antwortete er ihnen: "Ihr lügt!
Was euch hindert, den Islam anzunehmen sind drei Punkte:
(1) Das Verzehren von Schweinefleisch
(dh. ein Hindernis auf physischem Niveau)
(2) Die Verehrung - Anbetung des Kreuzes
(dh. ein Hindernis auf subtilem oder psychischem Niveau)
(3) Eure Behauptung Gott habe einen
Sohn (dh. ein Hindernis auf geistigem Niveau)
Als die Delgation fragte: "Wer ist der
Vater des Jesus?" wurde dieser Koranvers offenbahrt:
Wahrlich, Jesus ist vor Allah wie Adam. Er
erschuf ihn aus Erde, dann sprach Er zu ihm: “Sei!”,
und er war. ( Koran, Sure 3, Vers 59)
4) Jesu Kampf
Îsâ ben Mariam wird gegen alle
jene kämpfen, die nicht an ihn glauben. Da versteht
man warum er vorher erklärt hatte:
"Non veni pacem mittere sed gladium - ouk
èlthon balein efènèn alla makhairan"
= "Jag har inte kommit för att sända frid,
utan svärdet." (NT, Matteus 10, 34)
Îsâ wird sich sofort gegen den
Antichristen wenden, um ihn zu töten. Dieser wird wie
Salz im Wasser schmelzen, aber Jesus wird ihn noch bevor er verschwindet mit einem Speer oder
mit einem einzigen Blick töten
können. Danach wird es bloß einen einzigen
Glauben geben, eine Gemeinde: Alle Völker der Schrift
werden an ihn glauben, in einer einzigen Religion, dem Islam;
alle andere Religionen werden verschwinden.
Jesus wird auch mit den Gläubigen an
der Pilgerfahrt nach Mecka teilnehmen, Madinah besuchen
und wird eine deutliche Antwort auf seinen Gruss an Prophet
Muhammad bekommen - Friede sei mit beiden.
Sodann wird Jesus eine Offenbahrung erhalten, [welche besagt]
daß er sich
mit den Gläubigen in Jerusalem gegen Gog und Magog, die Unheil über die
Welt verbreiten werden, verschansen muß. Niemand kann ihnen widerstehen.
Nur durch Gebet aber können sie alle ausgetilgt werden.
5) Jesu Zeit
Unter Jesu herrlicher Zeit werden Segnungen
vom Himmel geschickt und andere Segnungen von der Erde.
Der Wohlstand wird sich auf der ganzen Erde ausbreiten, das
Streben zu sparen oder Allmosen zu verteilen [braucht man
nicht mehr] wird aufhören. Frieden wird herrschen, der Haß wird verschwinden
und überall wird Friede sein, sogar im Tierreich. Jesus
wird für Gerechtigkeit sorgen auf der Erde. Zu dieser
Zeit wird es wenige Araber geben aber viele muslime.
XI - Jesus Leben und Tod nach seiner Wiederkehr
Jesus wird sich nach seiner Wiederkehr, gemäß den Berichten
(al-hadîth), verheiraten und
Kinder bekommen. Er wird 40 Jahre auf der Erde leben.
Wenn er stirbt, wird er zwischen Muhammad
und Abû Bakr (dem ersten Kalifen) in Madina begraben
werden. Alle Gläubige werden für Jesus beten,
wenn dieser zu seinem Herren kommt.
Nach Jesus Tod, wird er einen Nachfolger bekommen
mit Namen al-Muq'ad. Wenn dieser Nachfolger
stirbt, verschwindet der Koran drei Jahre von der Herzen
der Gläubigen und von allen Koranexemplaren. Dann wird
der Tag der Auferstehung jederzeit eintreten, doch es wird
am Tag sein und nicht des nachts.
Aber Gott weiß am meisten und am besten.
HV ©
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